Für die Ad-Hoc-Gruppe des Soziologiemagazins mit dem Titel „Krise der Kommunikation: Wo
bleibt der soziologische Diskurs?“ , welche im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 2014 stattfinden wird, habe ich folgenden Beitragsvorschlag eingereicht:
Samstag, 17. Mai 2014
Sonntag, 4. Mai 2014
Künstliche Intelligenz aus soziologischer Sicht
Im Schatten der Zukunft
Dieser Beitrag wird sich nicht, wie die früheren Beiträge, mit einer bestimmten Form interpersoneller Wahrnehmung beschäftigen. Trotzdem steht das Thema dieses Beitrags in einer unmittelbaren Beziehung zu den Formen interpersoneller Wahrnehmung. Sollte das, worum es in diesem Beitrag geht, jemals realisiert werden, wird diese technische Innovation auch nachhaltige Auswirkungen auf die Formen interpersoneller Wahrnehmung haben. Die Rede ist von Künstlicher Intelligenz. Um sich klar zumachen, um was für einen großen Schritt es sich handelt, wenn eine derartige technische Leistung realisiert werden würde, möchte ich auch von der Erschaffung von Leben auf einer anorganischen Basis ohne einen eigenen Reproduktionszyklus sprechen. Warum ich von Leben spreche, wird im weiteren Verlauf des Textes deutlicher werden.
Dieser Beitrag wird sich nicht, wie die früheren Beiträge, mit einer bestimmten Form interpersoneller Wahrnehmung beschäftigen. Trotzdem steht das Thema dieses Beitrags in einer unmittelbaren Beziehung zu den Formen interpersoneller Wahrnehmung. Sollte das, worum es in diesem Beitrag geht, jemals realisiert werden, wird diese technische Innovation auch nachhaltige Auswirkungen auf die Formen interpersoneller Wahrnehmung haben. Die Rede ist von Künstlicher Intelligenz. Um sich klar zumachen, um was für einen großen Schritt es sich handelt, wenn eine derartige technische Leistung realisiert werden würde, möchte ich auch von der Erschaffung von Leben auf einer anorganischen Basis ohne einen eigenen Reproduktionszyklus sprechen. Warum ich von Leben spreche, wird im weiteren Verlauf des Textes deutlicher werden.
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Sonntag, 6. April 2014
A gorgon observation or a short theory of information*
A paradox
is a difference that makes no difference.
Every paradox is a gorgon. When you look at one your mind freezes. (Stheno)
Every paradox is a gorgon. When you look at one your mind freezes. (Stheno)
Sonntag, 30. März 2014
Eine Anmerkung zum systemtheoretischen Funktionalismus
„Will man alles erkennen, wird
man allerdings kaum etwas sehen können. Schließlich impliziert jede Beobachtung
den Verzicht auf Ganzheitlichkeit. Beobachten heißt unterscheiden, um dann das Unterschiedene
zu bezeichnen. Ein Beobachter, der keine Unterscheidungen trifft, wird nichts
erkennen können. Eine nur undeutlich formulierte Systemtheorie wird daher kaum
praktikabel sein.“
Roland Schleiffer in: Das System
der Abweichungen. Eine systemtheoretische Neubegründung der Psychopathologie.
Carl-Auer-Systeme Verlag Heidelberg. S, 16
**********
Schönes Zitat. Schleiffer hat
diese Passage zwar im Hinblick auf seinen eigenen theoretischen Anspruch
formuliert. Sie trifft aber auch mit Blick auf aktuell schon nicht mehr unter
dem Label »Systemtheorie« firmierende Ansätze genau deren Problem. Durch die Form
der Theoriebildung, die im Wesentlichen im Generalisieren liegt, bleibt das
Ganze auf die eine oder andere Weise trotzdem der Bezugspunkt. Dieser Arbeitsschritt
ist unverzichtbar, aber nur die Hälfte der Arbeit. Generalisierung bedeutet,
durch die Suche nach der Einheit einer Unterscheidung einen Vergleichshorizont
zu konstruieren. Dadurch werden verschiedene Phänomen vergleichbar. Durch die Konzentration
auf die Einheit bleiben die Unterschiede zwischen den zu vergleichenden
Phänomenen unbeachtet. An diesem Punkt angekommen, müssen nun in Abhängigkeit vom
verwendeten Theorieapparat eigene Unterscheidungen getroffen werden, denn die
Arbeit kann ja nicht bereits beendet sein, wenn man die Unterschiede weg
theoretisiert hat. Ab diesen Punkt erweist sich erst die Fruchtbarkeit einer
Theorie. Sie muss eine eigene Perspektive auf die interessierenden
Phänomene entwickeln und sie mit eigenen Unterscheidungen rekonstruieren.
Leider hält man die Arbeit heute häufig bereits nach der Dekonstruktion der
konventionell verwendeten Unterscheidungen für beendet. Entsprechend undeutlich
bleiben dann die Beobachtungsergebnisse. Um dieses Problem zu kaschieren, drückt
man sich dann häufig in Paradoxien aus.
Dienstag, 18. Februar 2014
Über die biologistische Begründung der Homophobie
Ich habe vor kurzem Matthias Matusseks Bekenntnis zur Homophobie gelesen. Als ob es nicht schon
genug wäre, dass sich bestimmte Personen inzwischen öffentlich zu ihren
dümmlichen Ressentiments und ihrer Ignoranz gegenüber Homosexuellen bekennen als wäre es das Normalste auf der Welt.
Richtig bedenklich wird es erst bei der Begründung. Matusseks naturrechtliches
Argument, ganz auf katholischer Linie, lautet, dass aus einer homosexuellen
Beziehung keine Kinder entstehen können und deswegen müsse homosexuelle Liebe
minderwertig sein. Bedenklich ist daran das biologistische Verständnis von
Liebe, wonach eben nur aus heterosexuellen Beziehungen Kinder hervorgehen
können. Sicherlich kann man nicht bestreiten, dass es biologisch unmöglich ist durch
homosexuellen Geschlechtsverkehr Kinder zu zeugen. Trotzdem bleibt die daraus
abgeleitete Minderwertigkeit äußert fragwürdig.
Samstag, 25. Januar 2014
Über Liebe, unfähige Männer und Feminismus*
Vor einiger Zeit hatte
ich an anderer Stelle einige
Gedanken zum Thema Liebe als sozialem Phänomen veröffentlicht. Ich spitzte sie
damals auf folgende These zu: "Die Kunst des Liebens besteht also darin,
miteinander zu reden obwohl man schweigen könnte." Das Reden würde in
einer Beziehung dazu dienen, sich darüber zu vergewissern, ob das Schweigen
weiterhin berechtigt wäre. Mit anderen Worten, Liebe lebt von der Abweichung
vom Erwartbaren und wird gerade dadurch am Leben erhalten. In einer Ergänzung
wies ich dann darauf hin, dass man wahrscheinlich auch die Romantriologie
"Shades Of Grey" und Eva Illouz' Essay "Die neue Liebesordnung.
Frauen, Männer und Shades Of Grey" in diesem Kontext lesen könnte, denn
die im Roman beschriebenen SM-Praktiken können als solch eine Abweichung vom
Erwartbaren betrachtet werden. SM-Praktiken erscheinen bei einer
oberflächlichen Betrachtung ja nicht gerade als ein Ausdruck von Liebe.
Samstag, 18. Januar 2014
Liebe ist, wenn man miteinander redet, obwohl man schweigen könnte*
Niklas Luhmann beschreibt die Problemstellung, an der sich
Liebe als autonome Kommunikationsform auskatalysiert, als »Alter erlebt und Ego
handelt« (vgl. 1982, S. 26f., FN 9). Das bedeutet, eine beobachtete
Person (Alter) teilt etwas über ihr Erleben mit und diese Information wird von
der beobachtenden Person (Ego) dazu genutzt ihr Handeln daran auszurichten. Das
kann, muss aber nicht, in derselben Situation geschehen. Daran entzündete sich
bei mir vor Kurzem folgender Gedankengang:
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